Betriebskonzept
Der Betrieb wird von einem Verein, einer Gemeinschaft geführt. Menschen, die sich aus Überzeugung für die Sache einsetzen, ohne dafür viel Geld zu erwarten. Die verschiedenen Aufgaben werden auf die Leute verteilt, z.B. Buchung der Übernachtungen, Social Media Auftritt, Organisation Events, Gästebetreuung, alles was mit dem Verkauf der Produkte zu tun hat, Homepage, Durchführung Workshops… So gibt es für jeden einzelnen eine überschaubare Anzahl Stunden und jeder kann sich dort einbringen, wo seine Stärken und Interessen liegen.
Ziel ist es, dass der Palazzo Tondü selbsttragend wird, ausserdem soll er die lokale Wirtschaft ankurbeln was letztendlich allen im Tal zugutekommt. Durch den Verkauf lokaler Produkte, von welchem ein gewisser Anteil der Einnahmen an den Palazzo geht, wird er am Leben erhalten und die Menschen im Tal können etwas dazu verdienen. Dazu kommen die Einnahmen des Mehrbettzimmers 15.-Fr./Nacht und Bett, der Dauerbewohner 300.-fr/Monat pro Zimmer, die Vermietung von Saal, Küche und Garten für Events, Miete von Gruppen die hier Produkte herstellen und Spenden. Es können Workshops durchgeführt werden, z.B. von Erzeugern der Produkte, welche verkauft werden. Die Mieten der Zimmer sind bewusst günstig, dass die Bewohner ohne grossen wirtschaftlichen Druck hier arbeiten können. Auch sie bekommen Aufgaben wie z.B. Bettwäsche waschen, WC und Küche Putzen. Auch hier soll sich der Aufwand jedes Einzelnen in Grenzen halten aber für die Gemeinschaft Palazzo Tondü entsteht ein grosser Nutzen.
Ein Tag der offenen Tür mit Musik und gutem Essen kann zusätzlich Geld in die Gemeinschaftskasse bringen und die Aktivitäten hier bekannter machen.
Mit dem System der solidarischen Landwirtschaft können verschieden Produkte, wie Kastanienmehl, Grappa, Bier, Balsamico Essig, Polenta, in grösseren Mengen hergestellt werden.
Hier das Beispiel für Kastanienprodukte: Eine Gemeinschaft von ca. 30 Leuten bezahlt einen kleinen Beitrag um Investitionen wie Mühle, Schälmaschine, Verpackungsmaterial, Zutaten… abzudecken. Alle helfen im Herbst beim Ernten und Verarbeiten der Kastanien. Dafür erhalten sie lokale Produkte an deren Herstellung sie mitgeholfen haben. Ein Teil der Produkte geht an den Palazzo, anstelle einer Miete, die im Gewölbekeller verkauft werden. Die Einnahmen davon werden für den Unterhalt des Palazzos verwendet.
In diesem Beispiel brauch es keinen Produzenten da die Kastanien im Wald wachsen und Arbeit nur im Herbst anfällt. Bei Bier zum Beispiel sieht es anders aus, das ist etwas aufwändiger. Hier braucht es einen Braumeister der mehr Arbeit leistet als andere Mitglieder. Hier muss also die Gruppe einen etwas höheren Beitrag beisteuern, um den Lohn des Braumeisters zu bezahlen. Im Gegenzug erhalten sie lokal gebrautes Bier. Vielleicht baut dann sogar jemand Hopfen oder Gerste an.
Das Risiko, die Arbeit und die Produkte werden auf die Gruppe verteilt. Sie ist es die entscheidet, ob ein Teil der Produkte verkauft wird, ob neue Investitionen getätigt werden, ob neue Mitglieder dazukommen…
Es wird nicht einen Pächter geben, der alleine das Risiko trägt oder den Gewinn abkassiert. Der Palazzo Tondü wird von einer Gemeinschaft geleitet. Diese Wirtschaftsform ist viel resilienter und nachhaltiger. Durch die verschiedenen Einkommenszweige ist das System stabiler als eines das sich nur auf eine Sache spezialisiert. Die Gemeinschaft besteht aus verschieden Gruppen bzw. Kreisen, wie z.B. Finanzen, Gebäudeunterhalt, Kastanien. In diesen Kreisen gibt es verschieden Rollen wie z.B. Kastanien: sammeln, schälen, verarbeiten.
Jedes Mitglied der Gemeinschaft Tondü nimmt eine oder mehrere Rollen ein, in einem oder mehreren Kreisen. Die Rollen sind klar definiert. Sind aber nicht starr, sondern können einfach angepasst werden. Rollen können auch kurzfristig eingenommen werden. Wenn z.B. Besucher 1-2 Tage beim Kastaniensammeln helfen. Auf der Homepage können die Kreise ausschreiben, wenn sie Leute suchen. Jeder der mithelfen möchte kann sich hier anmelden, um z.B. beim Kastaniensammeln mitzumachen. Jeder Kreis hat einen Koordinator, der mit den Koordinatoren der anderen Kreise kommuniziert um die Gemeinschaft zu Organisieren.

Kosten – Einnahmen
Bei wenig Betrieb im Palazzo beschränken sich die laufenden Kosten auf die Grundbetriebskosten. Bei steigender Aktivität im Palazzo steigen die Kosten für den Betrieb gleichzeitig aber auch die Einnahmen. Man kann also sagen, geringe
Aktivität geringe Kosten, hohe Aktivität hohe Einnahmen.
Einnahmequellen:
– Miete der Dauermietzimmer
– Übernachtungen im Mehrbettzimmer
– Verkauf von Produkten aus dem Tal
– Verkauf von Produkten die im Palazzo hergestellt werden
– Event und Workshop Einnahmen
Ausgaben:
– Grundbetriebskosten wie Hypothek, Anschlussgebühren, Steuern
– Betriebskosten Strom, Wasser, Instandhaltung
Allfällige Gewinne:
Werden investiert in den Erhalt des Palazzos, in neue Projekte oder in den Ausbau weiterer Rustici um noch mehr Besucher zu Beherbergen.
Beispiele ähnlicher Projekte:
Ähnliche Projekte:
www.murhoferhus.ch ,
www.gass1911.ch erst in der Projektphase
Maskottchen: Riesenwald in Elm
www.riesenwald.ch
Solidarische Landwirtschaft:
www.solawi.ch,
www.solawi-erlengut.ch
Lokale Produkte:
www.facebook.com/groups/496379687381205
Holacracy:
www.freitag.ch/de/holacracy-short
Abdeckung der Stiftungsziele
-Restaurieren, ohne dabei die Struktur zu verändern
Das Projekt sieht keine Veränderung der Struktur des Gebäudes vor.
-Dem Palazzo ein Ziel und eine nachhaltige Verwaltung geben, vereinbar mit den Zielen der Stiftung
Ziel für den Palazzo: Verkauf und Herstellung von lokalen Produkten, Vermietung von Räumen zum Wohnen/Arbeiten, für Touristen und Events
Verwaltung: Wird durch eine Gemeinschaft (Verein) übernommen
-Dem wirtschaftlich fragilen Gebiet Lebendigkeit einflössen
Durch die Herstellung und den Verkauf von lokalen Produkten wird die Wirtschaft gefördert. Durch die Vermietung von Räumen zum Wohnen und Arbeiten wird das Dorf lebendiger.
Mit dem Maskottchen und dem Palazzo wird der Tourismus gefördert. Die Landwirtschaft profitiert durch das Verkaufen von Produkten.
-Beitragen zu Wiedergeburt des soziokulturellen Erbes des Centovalli‘s
Kastanien, die hier lange Zeit das Grundnahrungsmittel waren, werden wieder verwertet. Ausserdem können alte Maissorten angebaut werden, um Polenta zu machen.
Unsere Nachbarn erzählten uns, dass früher jeden Sommer, alle Männer des Dorfes, ein Haus für eine Familie gebaut haben. Im Nächsten Jahr das Haus einer weiteren Familie. Ein weiteres soziokulturelles Erbe ist also die Zusammenarbeit.