Produkte

Durch das Überangebot von allem zu tiefen Preisen hat das Handwerk in den letzten Jahrzenten an Bedeutung verloren. Ein Produkt, in das Zeit und Hingabe gesteckt wurde, etwas mit Seele, ist jedoch nicht vergleichbar mit einem Massenprodukt. In unserer hektischen Welt voller Dinge die herzlos, von Maschinen produziert werden, wächst das Verlangen nach Echtem. Es ist schön einen Menschen zu beobachten, der einen Korb flechtet oder einen Teppich webt. Jemandem am Fliessband zuzusehen hingegen ist eher bedrückend. Lebensmittel die natürlich gedeihen durften und nicht mit Chemie, Gift und in Monokulturen gewachsen sind sollen hier angeboten werden. Die Möglichkeit seine Produkte zu zeigen und verkaufen kann zum Ansporn werden wieder mehr selbst herzustellen. Es könnte helfen alte, fast vergesse Fertigkeiten wieder aufleben zu lassen. Z.B. fängt jemand wieder zu stricken an, was er/sie schon Jahre nicht mehr gemacht hat, weil alle Familienmitglieder genug Wollsocken haben, und kann sie nun Verkaufen. Die Wolle dafür könnte sogar von einem Bauern im Centovalli kommen. Durch das Halten von Schafen oder Lamas werden Wiesen offengehalten und die Verwaldung verhindert. In naturbelassenen Wiesen wächst eine Vielzahl an Heilkräutern die für Tee, Tinkturen oder Salben verwendet werden können. Interessierte können in einem Workshop im Palazzo ebenfalls lernen wie man diese Kräuter verarbeiten oder wie man Socken strickt. So lebt das Handwerk weiter, Wissen wird weitergegeben, Menschen treffen sich, tauschen sich aus und die Verbundenheit zur Natur wird gestärkt. Der Palazzo Tondü füllt sich mit Leben und stärkt die Region.

Lokal und Nachhaltig sollen die Produkte sein, die hier Angeboten werden. Auf einem Infoblatt wird jedes Produkt vorgestellt und mit Bild und Text erklärt, wie es entstanden ist. So soll auch jeder Verkäufer vorgestellt werden. Das schafft Transparenz und Vertrauen. Ausserdem erkennen Kunden die Produzenten, wenn Sie sich irgendwo begegnen. Zu oft weiss man nicht was man kauft oder von wem, dass soll hier nicht passieren. Verbindung ist es, was viele Menschen in diesen Zeiten Suchen. Verbindung zur Natur, zu anderen Menschen. Ausserdem schafft diese Transparenz Loyalität gegenüber dem Produkt. Wir sind eher bereit einen Apfel mit einer Delle zu kaufen, wenn wir wissen, woher er kommt und wer ihn geerntet hat.

Es gibt Bauern, Imker, die gesunden Honig verkaufen, Menschen mit Gärten die Konfitüre oder Tomatensauce machen, es gibt Künstler, vielleicht strickt jemand gerne Socken. All diese Handwerke sollen betrachtet werden können. Eine Möglichkeit seine Sachen anzubieten, soll Menschen antreiben neues zu Gestalten und auszuprobieren. Es macht Spass, wenn man sieht das jemand Interesse an dem hat was man mit viel Herzblut geschaffen hat. Nicht nur die Hersteller profitieren davon, auch die Käufer kommen vielleicht auf neue Ideen.

Das ganze Tessin ist voller Linden doch kann man nirgends Lindenblüten Tee aus der Schweiz kaufen. Dasselbe mit wildem Thymian, der hier in jeder Wiese wächst. Wir müssen ihn nur sammeln und trocknen, und schon haben wir ein tolles Produkt, das viel wertvoller ist als Bio. Es ist wild gewachsen, ohne jedes Zutun von Menschen und wird an dem Ort verkauft, wo es herkommt.

Im Palazzo sollen gemeinschaftlich Produkte hergestellt werden wie Kastanienmehl, Bier, Polenta, Lindenblütentee oder was auch immer die Leute möchten. Nebenräume können dafür als Lager dienen, die Küche zur Verarbeitung und der Gewölbekeller zum Verkauf. Beim Sammeln von Kastanien oder Abpacken von Tee können interessierte Touristen mithelfen. Auf der Homepage kann ausgeschrieben werden, wenn noch Leute zum Sammeln oder Verarbeiten gesucht werden. Jeder der mit anpacken möchte kann sich hier anmelden.

Es liegt im Trend sich wieder mehr mit der Verarbeitung von Nahrungsmitteln zu Beschäftigen. Slow Food ist ein Stichwort dafür. Ein anderer Trend ist das Volunteering, Freiwilliges engagieren an einem Projekt in der Freizeit oder Ferien. Viele Menschen wollen sinnvolle Arbeit machen, wollen die Verbindung zu ihrer Region verstärken, wollen nachhaltiger leben. Dafür soll es hier die Möglichkeit geben.

Biologische Landwirtschaft soll dadurch im Tal gefördert werden. Der Anbau von alten Maissorten, zum Beispiel um Polenta herzustellen, könnte interessant werden.

Für Touristen kann die Mitarbeit an lokalen Produkten ein Anreiz sein um das Centovalli zu Besuchen.



Produktbeispiele